Vereinschronik

Bisherige Namen des Vereins:

1908 Obstbauverein Gauting und Umgebung
1913 Obstbau- und Bienenzuchtverein Gauting und Umgebung
1936 Gartenbauverein Gauting
1950 Gartenbau- und Verschönerungsverein Gauting e.V.
1994 Gartenbauverein Gauting e.v.

 

Am 27.12.1908 gründeten 26 Gautinger den Obstbauverein Gauting und Umgebung. Es galten die Normal-Statuten für oberbayerische Obstbauvereine. Diese lauteten: Anregung des Interesses für den Obstbau, Verbreitung der Kenntnisse zum rationellen Betrieb des Anbaues und Eröffnungen des Absatzes. In dieser Zeit fanden erste Obstausstellungen mit Prämierungen statt. Der erste Vorstand hieß Martin Bauer.

Ein Jahr später wurde gemeinsam mit dem Verschönerungsverein im Herbst 1909 der erste Blumenschmuckwettbewerb veranstaltet. Karl Danzer war der erste Baumwart des Vereins.

Wegen des 1. Weltkrieges musste die für 02.08.1914 geplante Versammlung abgesagt werden. Bis 1918 gab es nur eine geringe Vereinstätigkeit.

Der Vereinsbetrag 1919 betrug 5 Mark. Dieser steigerte sich auf 200 Mark, 1923 auf 1 Milliarde und 1924 auf 2 Milliarden Mark. Ab Januar 1925 wurde das Kassengeld schließlich in Dollar angelegt. Nach der Inflation ab 1927 betrug der Jahresbeitrag wieder 2 Mark.

Während all der Jahre blieb man seiner Satzung treu: Lichtbildvorträge, Obstausstellungen, Fahrten und Gartenbegehungen fanden statt. Außerdem wurden Vereinsgärtner und –diener gesucht, z.B. für Spritzarbeiten (Stundenlohn 70 Pfennige). Im Februar 1925 gab es auch einen „Sprengkurs". Mit Sprengstoff wurden im Umkreis von Hochstamm-Obstbäumen zur Lockerung des Bodens und zur tiefgründigen Düngung im Durchmesser 1m große Löcher gesprengt und in diese Düngemittel wie 2 kg Thomasmehl, 1 kg Kali und 4 bis 6 kg Kalk vermischt mit 1 Fass Jauche gegossen!

Das 25-jährige Jubiläum feierte man 1933 im „Würmbad" mit einer Ausstellung. Am 28.1.1934 musste statt eines Vereinsvorstandes eine Vereinsführerschaft gebildet werden. 1936 schieden dann die Bienenzüchter aus. Wegen des Kriegsbeginns fiel die für 02.09.1939 geplante Obstausstellung aus.

In den Kriegsjahren stiegen die Mitgliederzahlen. 1940 waren es 265 Mitglieder, im Mai 1946 bereits 603. Der Grund für den Zulauf: Infolge der Rationierung aller Gebrauchsgüter erhielt man durch die Mitgliedschaft Düngemittel, Torf und Pflanzmaterial. Versammlungen waren in dieser Zeit kaum möglich. Im Dezember 1944 musste eine Sitzung wegen Luftalarms vorzeitig beendet werden. 1945 wurde dann der Verein stillgelegt. Am 3. August 1946 erhielt der Obst- und Gartenbauverein Erlaubnis zur Wiedereinrichtung.

1947 wurde Herr Johann Hirn 1. Vorstand. Im gleichen Jahr schaffte der Verein noch eine Obstpresse an. Zusätzlich zum traditionellen Programm wurden jährliche Bestellungen von Torfmull, Pflanzen und preiswerten Düngemitteln durchgeführt und ausgefahren.

Das 40-jährige Stiftungsfest 1948 feierten 700 Besucher im „Wurmbad" mit einer Obstausstellung mit Glückshafen und buntem Abend. Der Verein feierte das 50-jährige und das 60-jährige Jubiläum. Herr Hirn wurde 1972 mit einer Goldmedaille für 25 Jahre Vorstandschaft und mit der Goldenen Rose des Landesverbandes – für besondere Verdienste – ausgezeichnet.

Unter der Vorstandschaft von Otto Moosmann (1974 – 1988) erschien ab Januar 1975 monatlich im Gautinger Anzeiger „Was ist zu tun im Garten?" Anlässlich der Rathauseinweihung 1975 pflanzte der Verein in den Rathausanlagen eine Linde mit einem Findling und der Aufschrift „Wachse in die Jahre 2000". Es gab ein reichhaltiges Jahresprogramm mit Fachvorträgen, Schnittkursen und einen Sommer- und Herbstausflug. Ins Jahr 1981 fiel die Fusion mit dem Gartenbauverein Buchendorf.

1988 - 2002 übernahm Karin Völk den Vorsitz. Zusammen mit Benedikt Leutenstorfer verfolgte sie das Ziel des biologischen Gartenbaues. In dieser Zeit wurden 2-mal jährlich Bodenproben gezogen und nach der Auswertung in Weihenstephan den einzelnen Gartenbesitzern erklärt. 1994 erhielt der Verein eine neue Satzung über Gemeinnützigkeit und ein neues Logo. Seitdem nennt sich der Verein Gartenbauverein Gauting e.V. Vereinszweck ist die Förderung des nicht gewerblichen Obst- und Gartenbaues, der Landespflege und der Ortsverschönerung sowie des Umweltschutzes. Seit 1998 stellte die Gemeinde einen Raum im Keller der Grundschule als Vereinsraum zur Verfügung. 2000 wurde ein kleiner Vereinsgarten angelegt, eine Eiche zur Hundertjahrfeier des TSV (mit Gedenkstein) gestiftet und eine Homepage eingerichtet. Rege Teilnahme erfuhren die jährlichen Tagesausflüge und mehrtägigen Fahrten ins In- und Ausland.

Nach langer Suche tritt 2002 Gertraud Geschwendtner mit verjüngter Mannschaft die Nachfolge an. Bei der Landesgartenschau in Burghausen 2004 beteiligte sich der Verein mit einem Stand zum Thema Kräuter. Ein Vereinslokal wurde gefunden. Wir sind jetzt im Vereinsheim bei den Trachtlern in der Grubmühlerfeldstrasse willkommen.

Neu hinzu kam die Jugendarbeit. Zusammen mit der Grundschule erstellte der Verein ein Konzept zur Pflege des Schulhofs mit Kindern und half jährlich bei der Durchführung mit. Unter Anleitung pflanzten die Schulkinder für Lehrzwecke im Schulhof verschiedene Biotope. Seit 2005 kochen Kinder im Ferienprogramm mit dem Gartenbauverein. 2007 stiftete der Verein der Grundschule zwei Obstbäume. Die Kinderarbeit wurde 2008 durch die Gründung der Jugendgruppe "Die Unkrautjäger" erweitert.

Im Jahr 2011 übernahm der Gartenbauverein die Patenschaft für ein Blumenbeet und eine Beerennaschecke im Altenheim Marienstift. Im Herbst unterstützten "die Unkrautjäger" unsere Arbeit und pflanzten fleißig Blumenzwiebeln.

Der Gartenbauverein nimmt seit 2011 regelmäßig mit einem Stand im Herbst am Marktsonntag in Gauting teil.